Das teure Erbe der „Illuminati“: Lichterglanz zur Weihnachtszeit kostet Haushalte rund 130 Millionen Euro

Dezember 06 17:45 2012 Print This Article

Stromverbrauch für Weihnachtsbeleuchtung in den letzten Jahren um mehr als 20 Prozent gestiegen

Berlin, 06. Dezember 2012 – Beim Anblick der zahlreichen festlich illuminierten Häuser, Balkone und Vorgärten in der Advents- und Weihnachtszeit bekommen nicht nur Kinder leuchtende Augen. Insbesondere die Stromversorger freuen sich alle Jahre wieder über die schöne Bescherung, welche die Haushalte ihnen mit ihrem Hang zu immer ausgefallenerer Weihnachtsbeleuchtung machen. Lag der Stromverbrauch für Lichterketten und Co. im Jahr 2005, nach Berechnungen des Instituts für Energiedienstleistungen, noch bei 409 Millionen Kilowattstunden, so kletterte der private Bedarf in Deutschland bis 2011 auf rund 500 Millionen Kilowattstunden.*

„Angesichts des aktuellen Strompreises von 26 Cent pro Kilowattstunde dürfte der Lichterglanz zur Weihnachtszeit für viele Verbraucher sicherlich kein allzu billiges Vergnügen sein“, erklärt Daniel Dodt vom unabhängigen Verbraucherportal TopTarif.de (www.toptarif.de). „Bei einem ähnlichen Stromverbrauch wie in der vergangenen Advents- und Weihnachtszeit werden private Haushalte diesmal rund 130 Millionen Euro für die festliche Beleuchtung zahlen müssen.“ Zum Vergleich: Vor sieben Jahren, als der Bedarf noch geringer war und der bundesweite Strompreis bei rund 18,7 Cent lag, „verleuchteten“ die Verbraucher lediglich 76,5 Millionen Euro.**

„Beim Thema Weihnachtsbeleuchtung gibt es vor allem für Privathaushalte zahlreiche Möglichkeiten, den zusätzlichen Stromverbrauch in Grenzen zu halten“, macht Dodt deutlich. „Wer angesichts immer neuer Rekordpreise nicht allein auf Kerzenschein als Antwort setzen will, für den bietet zum Beispiel die moderne LED-Technik eine stromsparende und langlebige Alternative.“

So lässt sich der Energieverbrauch mit LED-Lichterketten und -Lämpchen gegenüber herkömmlichen Beleuchtungselementen um bis zu 90 Prozent reduzieren. Nicht selten kommt ein normaler Lichtschlauch mit einer Länge von 10 Metern auf eine Leistung von 100 bis 150 Watt. Für den Zeitraum vom 1. Advent bis zum 6. Januar ergibt sich bei einer Nutzungsdauer von zwölf Stunden am Tag ein Gesamtverbrauch von 43 bis 65 Kilowattstunden. Umgerechnet werden hierfür Stromkosten von 11,20 bis 16,85 Euro fällig – ein stolzer Preis für den Betrieb eines einzelnen Leuchtelements. Bei modernen LED-Lichtschläuchen hingegen liegt der Bedarf häufig bei unter 20 Watt oder weniger als 2,25 Euro während der gesamten Advents- und Weihnachtszeit. Zudem sind LEDs mit einer Brenndauer von 15.000 bis 20.000 Stunden erheblich langlebiger, wodurch der etwas höhere Anschaffungspreis relativ schnell wieder ausgeglichen werden kann.

Seit Jahren erfreuen sich auch die Herrnhuter Sterne zunehmender Beliebtheit, die neben Kirchen und öffentlichen Plätzen auch immer mehr Wohnungen erleuchten. Günstiger Sternenglanz ist in diesem Fall mit Energiesparlampen möglich. Wer beispielsweise statt einer 40-Watt-Glühbirne eine energiesparende Leuchte mit sechs Watt verwendet, kann seine Stromrechnung um weitere vier Euro senken.

* Pressemitteilung des Instituts für Energiedienstleistungen vom 08. Dezember 2005: Stromfresser Weihnachtsbeleuchtung; Pressemitteilung der LichtBlick AG vom 12. Dezember 2011: 8,5 Milliarden kleine Lichtlein: Deutsche machen „heilige Nacht“ zum Tag.

** Zur Strompreisentwicklung in Deutschland siehe BDEW (2012): BDEW-Strompreisanalyse Oktober 2012. Haushalte und Industrie.

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