Wenn der Gärtner schläft kommen die Schnecken

Mai 08 10:01 2012 Print This Article

Jetzt ist die Zeit der Nacktschnecken – Tipps zur erfolgreichen Abwehr

(ddp direct) Wo sich der Gärtner am Vortag noch an Salaten, erntereifen Erdbeeren und gesunden Gemü-sepflanzen erfreute, bietet sich ihm am anderen Morgen oft ein Bild des Schreckens: Zerfressene, mit Löchern durchsiebte und verschmutzte Pflanzen, angefressene Früchte und in der Morgensonne glänzende Schleimspuren. Ein deutliches Zeichen, dass hungrige Nacktschnecken am Werk waren. Denn wenn es nachts, wenn der Gärtner schläft, durch Tau oder Regen draußen feucht ist, kommt die Zeit der gefräßigen Räuber. Mühelos können sie dann binnen einer Nacht ganze Beete ruinieren.
Selbst wenn man sie am Tag nicht sieht: die Schnecken sind da. Die Genetzte Ackerschnecke beispielsweise versteckt sich tagsüber in Bodenhohlräumen in den Beeten, während die weit verbreitete Spanische Wegschnecke außerhalb der Beete bzw. des Gartens Unterschlupfmöglichkeiten sucht. Bei Nacht oder wenn Regen den Boden befeuchtet, kommen dann beide wieder zum Vorschein um in den Beeten, an Zierpflanzen oder Früchten ihren Hunger zu stillen. Und dieser ist nicht klein, denn eine Schnecke kann in einer Nacht etwa die Hälfte ihres Körpergewichtes an Grünmasse aufnehmen.
Vorsorgemaßnahmen sind deshalb auch dann angebracht, wenn noch keine Fraßschäden und Schleimspuren zu sehen sind. Dies haben auch die Erfahrungen im Vorjahr gezeigt: Unmittelbar nach dem Winter und der daraufhin folgenden Trockenheit waren zunächst kaum Schnecken zu sehen. Doch mit den einsetzenden Regenfällen im Frühsommer waren sie dann schlagartig da und sind über nahezu alle Pflanzen hergefallen, die grünten, blühten oder schon Früchte trugen.
Mehrere Maßnahmen kombinieren
Um es nicht so weit kommen zu lassen, empfiehlt Dr. Markus Bieri, Bodenzoologe bei Lonza in Basel, mehrere Abwehrmaßnahmen zu kombinieren. So kann man Schnecken abends oder morgens mit einer Zange absammeln, solange sie nur einzeln auftreten. Besonders gefährdete Beete, die beispielsweise an naturbelassene Grundstücke anschließen, können mit einem Schneckenzaun geschützt werden. Das sind etwa 30 cm hohe, an der Oberkante nach außen umgebogene Metallbänder, die in den Boden eingelassen werden und von Schnecken nicht überwunden werden können.
Treten Schnecken in Massen auf, empfiehlt der Experte zusätzlich das gleichmäßige Ausstreuen nach Gebrauchsanleitung von Schneckenkorn oder Schneckenlinsen mit dem Wirkstoff Metaldehyd. Dieser wirkt nur auf die Schleimzellen von Schnecken und stellt für andere Tiere des Gartens wie Vögel, Igel, Kröten, Laufkäfer und Regenwürmer keine Gefahr dar. Nicht aufgenommene Körner werden im Boden biologisch rückstandsfrei abgebaut, belasten diesen also nicht. Da bereits 40 Körner pro Quadratmeter ausreichend sind, sei diese Art der Bekämpfung auch noch preiswert, dabei aber sicher und gut wirksam, so Bieri.
Was noch gegen Schnecken hilft
Auch mit gewissen kulturtechnischen Maßnahmen lassen sich Schnecken abwehren. So rät Bieri, die Beete nicht abends, sondern nur morgens zu gießen. Dann ist der Boden bis abends wieder abgetrocknet und erschwert Schnecken die Fortbewegung. Auch das regelmäßige Lockern und anschließend wieder Verfestigen des Bodens ist eine wichtige Vorbeugemaßnahme, denn dadurch werden Hohlräume im Boden zerstört, die Schnecken tagsüber als Schutzraum vor Wärme nutzen. Auch gilt es, Unterschlupfmöglichkeiten für Igel, Kröten, Laufkäfer und andere zu schaffen, die ebenfalls mithel-fen, dass Schnecken nicht überhand nehmen. pra –

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