Immer stärker verdrängen die Partituren für „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ die von Händel und Mozart aus den Programmen der Konzertsäle und Musikschulorchester. Damit hofft man, junges Publikum für Klassik zu begeistern. Ein Trugschluss.
An der Hamburgischen Staatsoper schießen Regisseur Christoph Rüping und Chefdirigent Omer Meir Wellber den armen Mozart ins All. „Nett“, hätte man gesagt – wäre der Abend ein Projekt der Opern-AG Gesamtschule Poppenbüttel.
Erfolgreich, versöhnlich, sozialdemokratisch: Siegfried Lenz wurde mehr geliebt als jeder andere Schriftsteller der Nachkriegszeit. Er kam aus Ostpreußen – einer Gegend, die nur noch wenige als deutsch kennen.
Die Humboldt-Universität in Berlin will ihr Institut für Archäologie abwickeln – eine der Disziplinen, in denen Deutschland noch Weltspitze ist. Einer der berühmtesten Archäologen des Landes hat ein paar bessere Vorschläge.
Putin, AfD, MAGA: 104 Jahre nach Mussolinis „Marsch auf Rom“ wollen Demokratieschützer immer noch die Welt mit dem Begriff „Faschismus“ erklären. Warum das nicht funktionieren kann, erklären jetzt zwei Wissenschaftler.
Zwei große Filme dominierten die Oscar-Nacht: der Blues-Horror „Sinners“ und Paul Thomas Andersons delirierende Polit-Groteske „One Battle After Another“. Am Ende siegte der wildere Film.
Die meisten Auszeichnungen erhielt das Werk von Regisseur Paul Thomas Anderson: Sechsmal wurde „One Battle after Another“ ausgezeichnet.
„One Battle After Another“ ist der große, wenig überraschende Sieger des Abends. Nicht nur gewinnt er sechs Oscars und hält damit den Rekord der diesjährigen Verleihung, sondern erhält auch den Oscar für den besten Film.
Auf der Oscar-Bühne nutzte Javier Bardem seinen Moment, um gegen Krieg zu protestieren. Mit den Worten „No to war – and free Palestine“ und entsprechenden Pins machte er auf den Nahost-Konflikt aufmerksam. Auch andere Prominente trugen Pins mit Botschaften.
TV-Moderator Conan O’Brien hat bei der Verleihung der Academy Awards gegen US-Präsident Donald Trump ausgeteilt. Mit einem Peniswitz spielte er auf die umstrittene Umbenennung des John F. Kennedy Center for the Performing Arts an.
Der iranische Regisseur Jafar Panahi will trotz Repressionen in seine Heimat zurückkehren. Sein Film „It Was Just an Accident“ war für die Oscars in den Kategorien „Bestes Drehbuch“ und „Bester internationaler Film“ nominiert, ging aber leer aus.
Im Dolby Theatre am Hollywood Boulevard in Los Angeles wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag die Oscars 2026 verliehen. Hier die Preisträger der 98. Academy Awards in allen 24 Kategorien.
„One Battle After Another“ ist bei den diesjährigen Oscars als bester Film ausgezeichnet worden. Auch in anderen Kategorien räumte der Politthriller ab. Die Oscar-Nacht im Minutenprotokoll.
„Handmaid’s Tale“ für die Gen Z? 14 Jahre nach dem Tod der Autorin ist „Ich, die ich Männer nicht kannte“ zum Bestseller geworden. Was dieses rätselhafte Buch so lesenswert macht.
Der Philosoph Jürgen Habermas wollte der Idee von einer auf Kommunikation, nicht auf Macht gegründeten Gesellschaftsform Gewicht geben. Zuletzt schien er in seinem Denken blamiert dazustehen. Warum das nicht so einfach ist.
Der neue Münchner „Polizeiruf“ heißt „Ablass“. Zwei Menschen sterben – und zwei Menschen nehmen die Schuld dafür auf sich, die gar nichts getan haben.
Die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar wollen neue Drehscheiben des Kunsthandels werden. Doch die iranischen Angriffe auf Dubai und Doha treffen nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die großen Ambitionen.
Hierzulande gilt es als unmoralisch, sich auf einen Krieg vorzubereiten. Doch die gefährliche neue Welt wird nicht verschwinden, weil irgendwelche Oles sich das wünschen. Warum wir mehr „Readiness“ brauchen.
Mein Leidensweg dauerte Jahre. Jetzt steht für mich fest: Ich will keinen Kerl mehr in meiner Bude. Die Gründe lesen Sie hier.
Die große Liebe im letzten Lebensdrittel, kann es so etwas geben? Thomas Hettche schreibt über einen späten Aufbruch, der kein Stück weniger radikal ist als zu Jugendzeiten. Über ein Gefühl, das man nicht erklären, sondern nur erzählen kann.
Jürgen Habermas ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Das hat der Suhrkamp-Verlag bekanntgegeben, in dem der Philosoph und Soziologe veröffentlicht hatte. Er hinterlässt ein umfassendes Werk. Zahlreiche Politiker würdigen Habermas.
Dabei und dagegen: Jürgen Habermas war in leidenschaftlicher Zugehörigkeit wie in hartem Widerspruch der Meisterdenker der Bundesrepublik. Die Nation hatte er nicht auf der Agenda. Jetzt ist der Philosoph im Alter von 96 Jahren gestorben.
Kants letzte Worte waren „Es ist gut.“ So ist auch sein erstes Museum geworden, das jetzt in Lüneburg eröffnet – und das Klischee vom weltfremden Griesgram entlarvt.
Großbritannien verbannt seine Helden von den Geldscheinen. Statt Churchill und Turing sollen künftig Rotkehlchen und Dachs die Pfundnoten zieren. Offiziell wegen der Sicherheit. Tatsächlich wirkt es wie eine Kapitulation vor dem woken Zeitgeist.
Die Tankstelle ist von Legenden umrankt. Hier startete man in ein anderes, vielleicht besseres Leben. Doch nun ist die Zapfsäule zum Symbol einer verkrachten Welt geworden. Eine Generation hat ihren Sehnsuchtsort verloren. Doch nicht alle trauern.
Mit den Bestsellern von Patricia Cornwell begann der Forensiker-Boom, jetzt schlüpft Nicole Kidman in die Rolle der Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta. Doch eine andere Hollywoodikone stiehlt ihr in der Serie die Show.
Leiden Sie unter Schlafstörungen, schlafen schlecht ein, wachen zu früh auf, werden von Albträumen geplagt? Schlaf-Retreats versprechen mit Neurotechnik effiziente Linderung. Unsere Autorin war da – und überrascht, was wirklich hilft.
Die Neurowissenschaftlerin Uta Frith hat den Begriff des Autismus-Spektrums geprägt. Jetzt möchte sie ihn nicht mehr verwenden, weil er zur Modediagnose gerät. Doch der Begriff ist wichtig – über das rein Medizinische hinaus.
Die Spannung ist groß: Wen zeichnet die Academy dieses Jahr aus? Den unumstrittenen Publikumsliebling? Oder doch den Film, der die Gemüter spaltet? Zum ersten Mal seit 25 Jahren wird eine brandneue Oscar-Kategorie eingeführt.
Wie kein anderer Autor seiner Generation bietet Lukas Rietzschel literarische Qualität in einer jungen ostdeutschen Perspektive. Auch sein neuer Roman spielt an der polnischen Grenze. Wer Görlitz sagt, muss jetzt auch „Sanditz“ sagen.