Grillen – Brandgefahr noch nach Tagen

Mai 08 09:00 2017 Print This Article

Holzkohle und Briketts können noch Tage nach dem Grillen Feuer verursachen / wie Glut und heiße Asche sicher entsorgt werden / Tipps für ein sicheres Grillvergnügen

Die Grillsaison 2017 beginnt, und vielerorts wurden bereits die ersten Grills in Betrieb genommen. Neben der Gefahr von Verbrennungen ist aber auch auf die richtige Beseitigung der Asche zu achten: Vermeintlich abgekühlt, stellt diese bei falscher Entsorgung noch tagelang ein hohes Brandrisiko dar. Das IFS gibt Tipps für ein sicheres Grillvergnügen und die fachgerechte Beseitigung von Glut und heißer Asche.

Die Risiken von Spiritus und anderen Brandbeschleunigern beim Anfeuern von Grills sind bekannt – die Gefahr von Glut und Asche weniger. Hierbei ist vor allem die Abkühlzeit entscheidend, denn Grillkohle kann bis zu mehrere Tage gefährlich heiß bleiben. „Kohle und Briketts können noch Tage nach dem Grillen schwere Brände verursachen“, weiß auch Dr. Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS).

Das gilt übrigens auch für Asche aus Öfen und Kaminen: Eine Auswertung der Schadendatenbank des IFS ergibt, dass bei zahlreichen Bränden heiße Asche als Ursache eine Rolle spielt.

Sehr lange Abkühlzeiten
Auch Feuerwehrexperten nennen lange Abkühlzeiten von bis zu drei Tagen, bis die Asche in den normalen Hausmüll entsorgt werden kann. Das IFS wollte es genauer wissen und ermittelte Glühzeiten in Brandversuchen mit handelsüblichen Kugelgrills. Tendenziell waren bei den verdichteten Grillbriketts längere Gluterhaltungszeiten nachzuweisen als bei normaler Holzkohle. Bei einer Luftzufuhr von unten läuft die Verbrennung relativ rasch ab – innerhalb von etwa 12 Stunden. Unterbindet man jedoch die Luftzufuhr zum Beispiel durch ein Aschebett, so erhält man deutlich längere Gluterhaltungszeiten: Schon in einem einfachen Versuch wurde nach mehr als 28 Stunden noch Glut festgestellt.

Glut und Asche sicher entsorgen
Wie heiß die Asche tatsächlich noch ist, lässt sich nur schwer feststellen. Durch ihre isolierende Eigenschaft dringen die Temperaturen aus dem Inneren schlecht nach außen. Die Überprüfung durch Fühlen mit der Hand stellt also keine geeignete Option dar. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Reste der Grillkohle mit Wasser abgelöscht oder drei Tage in einem feuerfesten Behälter zwischengelagert werden.

Auf Brandbeschleuniger verzichten
Regelmäßig weist das IFS auch auf die Hauptursache von Grillunfällen hin: die Nutzung von Brandbeschleunigern wie Spiritus, Benzin o.Ä.. Diese bergen ein für den Laien nicht abschätzbares Risiko und sind ursächlich für zahlreiche schwere Brandverletzungen – Jahr für Jahr. Vor allem Kinder können die Gefahren nicht einschätzen. Die Behandlung derartiger Verletzungen ist langwierig und schmerzhaft. Auf die Nutzung dieser vermeintlichen „Grillhelfer““ muss also unbedingt verzichtet werden.

Unsere Tipps für sicheres Grillen:

1. Niemals Brennspiritus oder Benzin benutzten. LEBENSGEFAHR!
2. Kinder über die Gefahren aufklären und nicht unbeaufsichtigt lassen!
3. Feuerfesten Untergrund im Freien als Standort wählen und ein standsicheres Gerät verwenden.
4. Nur mit geeigneten Zündhilfen arbeiten, wie (elektrischen) Anzündern, Zündwürfeln, Pasten oder Grillstartern.
5. Beim Einkauf auf sichere und geprüfte Qualität achten, die in der Regel durch DIN- oder GS-Zeichen dokumentiert wird.
6. Ausreichend Sicherheitsabstand von Feld, Wald und Flur sowie von brennbaren Stoffen einhalten. Und auf die Windrichtung achten, wegen des Funkenfluges.
7. Grillhandschuhe ohne Kunstfasern und lange Grillzangen benutzen.
8. Selbst bei schlechtem Wetter gehört ein Grill nicht unter den Sonnenschirm und schon gar nicht in einen geschlossenen Raum. Rauch ist giftig und lebensgefährlich.
9. Kohle und Briketts nach dem Grillen mit Wasser sorgfältig ablöschen oder drei Tage in einem feuerfesten Behälter auskühlen lassen. Asche ist nicht kompostierbar und gehört in den Restmüll.

Ursachenforschung, Beratung sowie Schulungsmaßnahmen zu den Themen Feuer, Technik und Umwelt sind die Kernaufgaben des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer. Die gewonnenen Erkenntnisse aus tausenden von Gutachten werden in der Beratung zu Sanierungen und im Engagement für Schadenverhütungsmaßnahmen weitergegeben und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Das Institut hat inzwischen eine über 130 Jahre alte Tradition und ist neben dem Hauptsitz in Kiel auch in Berlin, Düsseldorf, Hannover, München, Münster, Stuttgart und Wiesbaden vertreten. Die Wurzeln des Instituts gehen in das Jahr 1884 zurück, als die Schleswig-Holsteinische Brandkasse in Kiel eine damals einzigartige Brandverhütungsabteilung gründete. 1952 entstand hieraus schließlich das Kieler Laboratorium für Brandschutztechnik und Brandermittlung, das sich durch seine Forschungsergebnisse bald über die Region hinaus einen Namen machte. Aus diesem Labor ging 1976 das IFS hervor.

Firmenkontakt
IFS Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V.
Dr.Hans-Hermann Drews
Preetzer Straße 75
24143 Kiel
0431 – 7 75 78 – 0
info@ifs-ev.org
http://www.ifs-ev.org

Pressekontakt
eckpunkte Kommunikationsberatung
Wolfgang Eck
Bahnhofstraße 23
35781 Weilburg
06471-5073440
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