Studentenverbindungen sind exotisch geworden, doch es gibt sie bis heute. Warum es seit 1968 weniger wurden und welche Tradition damit verloren zu gehen droht, erklärt ein Experte. Er weiß auch, wie Antisemitismus schon einmal zur Jugendbewegung wurde.
Ein großer Verlag zieht ein Buch zurück. Darin beschreibt eine Mutter, wie der Vater ihr nach der Trennung die Kinder „entfremdete“. Doch Wissenschaftler zweifeln, ob das überhaupt möglich ist. Welche Rolle dabei ein Psychologe spielt, der Gutachten für Christina Block verfasst.
Francis Buchholz war 20 Jahre der Bassist der Scorpions und wirkte an den Mega-Hits wie „Wind of Change“ oder „Rock you like a hurricane“ mit. Jetzt ist er mit 71 Jahren verstorben. „Er war sehr beliebt, weil er sich nicht in den Vordergrund gedrückt hat“, erklärt WELT-Reporter Dennis Sand.
16 Oscar-Nominierungen für „Sinners“ von Ryan Coogler sind ein Rekord. Aber worum geht es in dem Horrorfilm, der zugleich die Geschichte des Blues im Mississippi-Delta erzählt? Und was hat der Film mit einem Song von Metallica zu tun?
Krieg zersetzt den Körper, aber auch die staatliche Ordnung, wie Johan Simons’ Inszenierung von „Antigone“ mit Schauspielstar Jens Harzer zeigt. Ein Herrscher versucht mit Feindbildern das Chaos aufzulösen, erreicht damit jedoch das Gegenteil.
Während die SPD an die Erbschaftsteuer will, macht der Piketty-Schüler Gabriel Zucman viel radikalere Vorschläge. Was die Superreichen erwartet, wenn Frankreich die „Zucman-Steuer“ einführt.
Lily Brett ist Tochter von Auschwitz-Überlebenden. Als Schriftstellerin hat sie aus dem Schweigen ihrer Eltern eine öffentliche Stimme gemacht – lakonisch, humorvoll, unerschrocken. Doch der neue Hass seit dem 7. Oktober entsetzt sie.
In der JVA Plötzensee in Berlin wird „Warten auf Godot“ von Häftlingen aufgeführt. Es ist ein rauerer und ehrlicherer Beckett als der, den man auf den großen Bühnen oft sieht. Dass „Godot“ das meistgespielte Stück hinter Gittern ist, hat einen besonderen Grund.
Die therapeutische Gesellschaft hat alles entstigmatisiert, nur die Aggression nicht. Ein Fehler. Denn so werden Jungs in der Schule weiter moralisch sanktioniert und soziale Konflikte verschleiert. Aber auch Frauen leiden darunter.
An der Universität Potsdam werden Rabbiner ausgebildet. Das ist global ziemlich einzigartig und war eine Leistung Walter Homolkas. Seitdem sein Einfluss nachgelassen hat, ist die Zukunft die „School of Jewish Theology“ ungewiss. Auch, weil es an jeglicher Aufsicht fehlt.
Der Handel mit antiken Kunstgegenständen steht häufig unter Verdacht. Der Wiener Galerist Christoph Bacher widerspricht vehement. Er lobt die privaten Sammler als Bewahrer des kulturellen Erbes. Die Preise sind geradezu lächerlich – noch.
Die Monster sind tot, die Kinderhelden längst erwachsen. Doch wer glaubt, mit dem Ende von „Stranger Things“ wären wir die Dämonen los, ist naiv. Lesen Sie nicht weiter, wenn Sie Spoiler fürchten, aber die Herrschaft des Upside Down über die Popkultur hat gerade erst begonnen.
Bringt sie den Konservatismus zurück – oder verhält es sich genau umgekehrt? Die Schauspielerin Sydney Sweeney provoziert wie kaum eine andere. Womöglich versteckt sich hinter ihrem Sexappeal aber etwas anderes.
Der Vampir-Horrorfilm „Blood & Sinners“ von Ryan Coogler ist für 16 Oscars nominiert worden – so oft wie kein anderer Film in der Geschichte der Oscars. Ein deutscher Film schaffte es nicht in die Nominierungs-Endrunde.
Er schrieb über den „Langen Weg in die Hässlichkeit“ und fand Schönheit in einem verfemten Geschichtsort. Als Verleger belebte er die Geschichtsschreibung neu – und glänzte selbst darin. Eine Verneigung vor Wolf Jobst Siedler aus Anlass seines 100. Geburtstags.
Wieso sollte man Gustave Flauberts Roman „Bouvard und Pécuchet“ gerade jetzt lesen? Weil er erschreckend beschreibt, warum uns zu viele Informationen überfordern. Im Zentrum: zwei mittelmäßige Männer, die den Internetnutzern von heute ähneln.
Weltweit eröffnen 2026 neue Museumsbauten – von Rotterdam bis Abu Dhabi, von London bis Los Angeles. Die spektakuläre Architektur verspricht kulturelle Relevanz, steht aber auch für astronomische Kosten und Konflikte.
Immer die positive Seite sehen? Eine andere Perspektive einnehmen? Hoffen, dass auch aus dem größten Unglück irgendwann etwas Schönes entsteht? Dann droht eine Abwärtsspirale des Leids. Denn die Gefahren toxischer Positivität werden unterschätzt.
Die KI-Flut ebnet unsere Sprache immer mehr ein. Nie war Gedichte lesen so subversiv wie heute. Denn die Poesie überfordert die Dummheit der digitalen Logik. Man kann damit sogar ihre Algorithmen austricksen. Über die Macht der ältesten Literaturgattung.
Mit „Hamnet“ rührt die Regisseurin Chloé Zhao an die tiefste menschliche Erfahrung und schafft ein voyeuristisches Filmerlebnis von überwältigender Kraft. Für Shakespeare-Fans ein Muss – für Sparkommissare erst recht.
Woran scheitern heute so viele Beziehungen? Warum schotten sich immer mehr Erwachsene von ihren Eltern ab? Und was macht die zunehmende Überpsychologisierung mit uns? Im Gespräch kritisiert die Psychologin Esther Bockwyt aktuelle Trends, die Therapierte zu Narzissten machen.
Über Jahrzehnte angehäufter Kunstbesitz kommt auf den Markt, Investoren hinterfragen ihre Strategien und junge Sammler setzen neue Akzente. Für den Handel, der sich in einem grundlegenden Wandel befindet, ist es eine Herausforderung.
Kein Weltenretter, kein Bombast: Das neue „GoT“-Prequel „A Knight of the Seven Kingdoms“ kommt ganz ohne Umschweife aus. Mit stinkenden Heckenrittern und schrägem Humor unterstreicht die Serie den gelungenen Start von HBO Max in Deutschland.
Die Zahl der Selbstständigen in Deutschland hat sich verdreifacht. Doch ihnen allen droht die Falle der „Scheinselbstständigkeit“. Ämter und Gerichte versuchen, das Land in die 1980er-Jahre zurückzuzwingen. Dabei halten sie sich selbst nicht an ihre Regeln.
Wie erinnern wir richtig und was tun, wenn das Erinnern aufhört? In „German Guilt“ (ZDF) sucht Thilo Mischke gemeinsam mit Ronja von Rönne und Katja Riemann in den eigenen Familien nach Spuren der NS-Zeit. Eine eindringliche Doku über Verdrängen, Verantwortung und die Erinnerungskultur.
Schreiben zu können, ist auch im KI-Zeitalter unverzichtbar. Aber Schüler zeigen erschreckende Defizite. Warum Kinder viel mehr schreiben sollten und wie man sie dazu motiviert. Elementar ist eine Kompetenz, die schon vor der Schule gefördert werden muss.
Bildungsbürger hatten es schwer in der DDR. Aber wer einen ostdeutschen Subkosmos fand, der konnte zwischen Mitläufertum und Widerstand balancieren. Eine solche Enklave war Kleinmachnow bei Berlin.
Der Film „Die drei ??? – Toteninsel“ lebt wieder vom Charme seiner Darsteller. Doch er gibt ihnen keine erzählerische Freiheit. Obwohl die drei Detektive Justus, Peter und Bob sichtbar älter werden, dürfen sie nicht reifen.
Jährlich werden in Europa Millionen Quadratmeter Gebäudefläche abgerissen. Umbau lautet das Credo von Arno Brandlhuber, der zu den einflussreichsten deutschen Architekten gehört. Sich selbst versteht er als Aktivist.
Ali Samadi Ahadi kam als Kind allein nach Deutschland, heute blickt der Filmemacher verzweifelt auf den Iran. Er sieht ein Regime, das sich mit sinnlosem Mord nur Tage länger an der Macht hält. Doch die Szenarios für die Zeit nach den Mullahs haben ein Problem.