Am Abend begeht Wien die 70. Auflage des Eurovision Song Contests. Finnland geht als Favorit ins Rennen, Deutschland kann sich laut den Buchmachern nur Außenseiterchancen ausrechnen. Mehr im Liveticker.
Ist Christoph Schlingensief, der große Theaterprovokateur, heute so aktuell wie nie zuvor? Oder völlig aus der Zeit gefallen? Fragt eine große Schau in Wien. Und zeigt das Werk eines angstlosen Mannes, dem man mit politisch korrekten Sensibilitätsstandards nicht beikommt.
John Travolta feiert in Cannes ein rührendes Comeback – mit einem Film über Flugzeuge, Stewardessen und das Amerika verlorener Zukunftsträume. Der Saal jubelt, Travolta kämpft mit den Tränen. Und alle wünschen sich, es wäre wieder 1973.
Filme werden immer länger. Zwei, drei oder sogar vier Stunden klebt der Zuschauer heute oft am Kinosessel. Die Zeiten, in denen alles, was schön ist, 90 Minuten währt, sind leider vorbei. Woran das liegt.
Erst bekomme ich Einladungen zum Jahrgangstreffen: 1986–2026, 40 Jahre Abitur! Dann finde ich diese Videokassette wieder, auf der bloß „1986“ steht. Darauf: ein Mittel gegen Nostalgie.
Wer steigt auf, wer steigt ab, wer wird Meister und wer gewinnt die Champions League? Bevor die Saison allüberall zu Ende geht, ist es höchste Zeit, daran zu erinnern, dass der wahre Fußballfan keine Triumphe, sondern Katastrophen braucht.
Die Gentrifizierung der Städte ist vorbei, 2015 zieht ein: Wer in der Stadt eine klassische Familie haben will, muss entweder reich mit Security oder arm mit Amt sein. Aber Erstere werden gerade vergrault, um Zweitere bezahlen zu können.
Sind Meinungs- und Redefreiheit eine Frage der Etikette? Weit mehr, erklärt der Mediator Pierrot Raschdorff: Höflichkeit sei hochpolitisch. Was sich für das Streiten heute noch von Knigge lernen lässt.
Die Paula war die Rolle ihres Lebens: Zum Tod der großen Schauspielerin Angelica Domröse, die noch Helene Weigel vorspielte und sich vor lauter Lust am Ausreißen in beiden deutschen Staaten neu erfand.
In Wien wurden bereits Unterschriften gegen Sara Ostertag gesammelt: Die Dramaturgin hat das beliebte Teata in eine wilde Bühne für Regisseurinnen, Romanadaptionen und Fremdsprachen verwandelt. Außerdem übernimmt sie das Schauspielhaus. Kann das gut gehen?
Sie ließ Passanten ihre Brüste befingern, führte ihren Partner an der Leine durch Wien und posierte mit aufgeschnittener Hose. Valie Export formulierte den radikalen Angriff auf den männlichen Blick. Jetzt ist sie im Alter von 85 Jahren gestorben.
Nach dem zweiten Halbfinale in Wien lichtet sich das Feld und die Favoriten werden klarer. Deutschland gehört nur dazu, wenn Sarah Engels an einem Star vorbeikommt, der schon in „Baywatch“ und im „Playboy“ zu bewundern war.
Der Marathon war nie bloß ein Sport. Er war immer auch eine große Erzählung. Doch der Mythos ist in dieser Woche gestorben. Eine Grabrede auf einen besonderen Sport, der jetzt ein Update bekommen hat.
Nicht nur in den USA toben längst die „Trans Wars“ – fanatische Kulturkämpfe um die „Geschlechtsidentität“. Ein Soziologe interpretiert das als Ergebnis eines „Insider-Aktivismus“, der auf die Bürokratie von Staat und Parteien Einfluss genommen hat.
Die Finalisten des Eurovision Song Contest in Wien stehen fest: Beim zweiten Halbfinale qualifizierten sich zehn weitere Kandidaten für die große Show am Samstag. Darunter auch die Rumänin Alexandra Capitanescu, deren Song im Vorfeld für Diskussionen gesorgt hatte.
In Cannes wirft Paweł Pawlikowski ein grelles Licht auf Thomas Mann in seinen schwersten Tagen. Selten hat man deutsche Schauspieler so gut gesehen. Der Film ist ein Triumph – und ein Röntgenbild der deutschen Seele.
Vor zwanzig Jahren ein Überraschungsbestseller, jetzt ein mit Stars gespickter Film: Kyle Balda hat Leonie Swanns abgründigen Schafskrimi „Glennkill“ verfilmt. Das Ergebnis ist vor allem eins: nicht feige.
Den deutschen Maler und die amerikanische Galeristin prägte eine jahrzehntelange Geschäftsbeziehung: Marian Goodman setzte Gerhard Richter auf dem US-Markt erst durch. Nach ihrem Tod werden nun acht Werke in New York versteigert. Eines ist rekordverdächtig.
Noam Bettan vertritt Israel beim Eurovision Song Contest. Gegen Ausschlussforderungen und Buhrufe hat er es ins ESC-Finale geschafft. Ein Gespräch mit einem Künstler, der unverdrossen auf Gemeinsamkeit hofft.
Mausert sich die Steiermark zum Theaterparadies? Das Schauspielhaus Graz macht mit erfolgreichen Uraufführungen von sich reden. Die Komödie „Kafana Beisl Culture Clash“ ist sogar fast noch besser, als sie klingt.
Und in Deutschland will man es nicht wissen: Denn diese Klimakatastrophe passt nicht ins gewünschte Weltbild, weil sie woke und links ist.
Mein Vater, der Sonderschulpädagoge, zeigte mir, dass widerspenstige Kinder eine Chance verdient haben. Doch mit seinem eigenen Sohn tat er sich schwer. Wir haben viel gestritten und jetzt schweigen wir zu oft. Eine Liebeserklärung zum Vatertag.
Handwerkerfleiß, Leistungsbewusstsein, Kunstsinn: Indem es fragt, was einmal deutsch war, findet das Deutsche Historische Museum bemerkenswerte Antworten auf die Frage, was Deutschland heute fehlt.
Christoper Nolans neuer Film „Die Odyssee“ sorgt wegen des angeblichen Casts einer Transfrau für Aufregung im Netz. Ist der Star-Regisseur ins „woke Regisseur-Lager“ übergelaufen? „Das ist aus zwei Gründen Quatsch“, sagt Marc Felix Serrao.
Kulturkampf um Udo Lindenberg: Kurz vor seinem 80. Geburtstag entdeckt eine junge Generation alte Songtexte des Sängers. Die sollen mehr als nur problematisch sein. Doch was hat es mit den ominösen Songs wirklich auf sich?
Zum Ramadan werden fröhliche Familien gezeigt, zur Kirche die Angst vor der Hölle und der Ablasshandel des Mittelalters. In dieser Unausgewogenheit hat das ZDF in seinen Kindernachrichten berichtet. Der Sender löschte den Beitrag nach Kritik, doch es könnte weitere Konsequenzen geben.
Helmut-Dietl-Sohn David wagt sich mit dem Film „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ an einen Mythos der bayerischen Hauptstadt. Aber ist München noch, was München mal war?
Die 77. Filmfestspiele von Cannes starten mit internationalem Glanz, aber wenigen Hollywood-Stars. Grund sind klare Abgrenzungen zu Streaming-Diensten und Künstlicher Intelligenz. „Cannes will das große Kino bewahren“, sagt Filmexperte Thomas Vedder.
Kaum eine deutsche Kinderheldin ist so erfolgreich wie Conni. Ganz sicher ist keine noch grauenhafter. Wer den neuen Film schaut, findet sich in der normativen deutschen Achtsamkeitshölle wieder. Gut für Kinder kann das nicht sein.
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